Macht man noch Webinare?

June 28, 2023

Während der Pandemie waren Webinare eine sehr wichtige, um nicht zu sagen unverzichtbare Ressource für viele Unternehmensaktivitäten: Sie ermöglichten Weiterbildung, Schulung und Kommunikation auch auf Distanz und erlaubten es, weiterhin Community und Team-Building zu betreiben und den Zusammenhalt von Gruppen und Organisationen auch remote zu erhalten. 

Doch nun, da Präsenzevents wieder möglich sind, ja in vollem Glanz zurück sind, ist die Frage berechtigt, welche Rolle Webinare im Ökosystem der Organisationen und vor allem der Firmenevents noch spielen können. Bieten sie weiterhin deutliche Vorteile?
Wir meinen ja, und das aus sechs Gründen.

1. Zugänglichkeit und Flexibilität

Ein Merkmal von Webinaren, das wir vor allem in Zeiten größter Not erkannt haben, das aber auch heute bleibt: Sie ermöglichen einem potenziell unbegrenzten Publikum die Teilnahme an einzelnen Terminen und an ganzen Firmenevents, überwinden geografische und zeitliche Barrieren und senken die Kosten (vor allem Honorare, Reise und Hospitality). Menschen können sich aus verschiedenen Teilen der Welt zuschalten und ihr Netzwerk potenziell unbegrenzt erweitern, ohne Reisekosten und logistische Einschränkungen. Zudem bietet die Möglichkeit, Webinare aufzuzeichnen und on demand bereitzustellen, Flexibilität für alle, die nicht in Echtzeit teilnehmen können.

2. Zeit- und Kostenersparnis

Präsenzevents zu organisieren kostet viel Zeit und Ressourcen, von der Logistik bis zur Reiseplanung. Webinare bieten dagegen eine schnellere und günstigere Alternative. Ohne Kosten für Reise, Unterkunft oder Catering lassen sich Ressourcen effizienter einsetzen und das Firmenbudget optimal nutzen.

3. Mehr Engagement online

Webinare können ein aktiveres Engagement des Publikums fördern. Zunächst hatten wir geschrieben, dass sie „ein aktiveres Engagement fördern“, dann haben wir uns für mehr Zurückhaltung entschieden: Sie können es, aber nur, wenn man sie sich optimal entfalten lässt und wenn man ausnahmsweise bei der Gestaltung des Erlebnisses ansetzt, das man mit dem Event schaffen will, und nicht bei den Werkzeugen dafür. Über interaktive Tools wie Chat, Umfragen und Fragen in Echtzeit können Teilnehmer mit den Referenten und untereinander interagieren, sie können Networking betreiben und so eines der Ergebnisse mitnehmen, das sie – wie sie selbst und alle Studien dazu bestätigen – am wichtigsten finden: ein reicheres Beziehungsnetz. Virtuelle Umgebungen, und wir sprechen nicht von Avataren oder Metaversen, ermutigen Menschen zudem oft, Ideen zu äußern, Fragen zu stellen und Meinungen sogar offener zu teilen als bei Präsenzevents.

4. Wertvolle Inhalte

Webinare erlauben eine optimale Konzentration auf den präsentierten Inhalt, weil sie Ablenkungen und „Rauschen“ reduzieren; Referenten können sich auf die Präsentation fokussieren und so eine höhere Qualität des vermittelten Materials sichern. Zudem lassen sich aufgezeichnete Webinare, wie oben erwähnt, später erneut ansehen oder mit Kollegen und Mitarbeitern teilen, die nicht teilnehmen konnten – das erweitert das erreichte Publikum.

5. Nachverfolgbarkeit und Analyse

Alles, was online ist, ist messbar. Oder kann es zumindest sein, wenn man es messen will. Und Webinare sind online, also lassen sich viele nützliche Daten erfassen und auswerten, von der Anwesenheit bis zur Interaktion der Teilnehmer mit den Materialien, mit den Dozenten und untereinander. Mit Analyse-Tools sind die Möglichkeiten der Messung – und dann der Auswertung – potenziell unbegrenzt: Man kann Daten zu Anmeldungen, Engagement, Publikumsreaktionen und Zufriedenheit sammeln. Alles Informationen, mit denen sich die Wirksamkeit des Events bewerten, künftige Webinare verbessern und die Kommunikation an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen lassen.

6. Ökologische Nachhaltigkeit

Zuletzt, aber weil es heute einer der wichtigsten Punkte ist, haben wir es ans Ende gestellt. Webinare belasten die Umwelt, wie alle Online-Aktivitäten, können aber wertvolle Verbündete sein, um die gesamte Umweltbelastung mancher Events zu senken. Weniger physische Reisen bedeuten weniger Treibhausgasemissionen und weniger Verbrauch von Ressourcen wie Kraftstoff und Papier; weniger physische Flächen bedeuten geringere damit verbundene Kosten, von Beleuchtung bis Heizung und Kühlung, von Catering bis Aufbau, um nur einige Beispiele zu nennen. Diese ökologische Dimension wird für Unternehmen immer wichtiger, die umweltfreundliche Praktiken einführen und Engagement für soziale Verantwortung zeigen wollen – Elemente, die, fern von jeder Form von „Greenwashing“, auch starke Marketing- und Branding-Hebel sein können.

Zurück also zu unserer Ausgangsfrage, ob es heute noch Webinare gibt: Die Antwort ist nicht nur ja, sie kommt auch mit einer ganzen Reihe guter Gründe. Denn es hilft nichts, darum herumzureden: Obwohl Präsenzevents wieder möglich sind, spielen Webinare weiterhin eine relevante Rolle im Ökosystem der Firmenevents. Sie bieten neue Ebenen an Zugänglichkeit, Flexibilität sowie Zeit- und Kostenersparnis. Sie fördern aktives Engagement und liefern Daten für Validierung, Messung und Planung. Und wer sagt am Ende, dass man in Alternativen denken muss – entweder Präsenzevents oder Online-Events, entweder Seminare im Raum oder Webinare – statt in einem System, in dem alles funktional koexistiert und das Endergebnis bereichert?

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