Teambuilding mit Brainstorming

September 19, 2024

Würde so viel wirksames Team Building betrieben wie darüber geredet wird, wäre der Arbeitsmarkt wohl ein Eden mit sagenhafter Produktivität. Tatsächlich wird in Unternehmen über Team Building weit mehr gesprochen als es umgesetzt wird, weit mehr als eigentlich nötig wäre und – vor allem – was umgesetzt wird, ist selten wirklich nützlich. Warum?

Weil Team-Building-Termine schwer zu organisieren und zu steuern sind: Meist treffen hohe Erwartungen (vor allem bei denen, die sie organisieren) auf eine gewisse Skepsis und Widerstand der Teilnehmer, oft aus wenig begeisternden früheren Erfahrungen. Dazu kommen häufig Ressourcen, auch finanzielle, die nicht ganz ausreichen. Außerdem erfordern Team-Building-Aktivitäten ein sehr hohes Maß an Konzeption, Kreativität und Planung, oft deutlich mehr als Events, die größer, aber standardisierter und über die Zeit stabiler sind.

Noch komplizierter wird es, wenn die Team-Building-Treffen nicht nur das Team formen, sondern auch ein weiteres Ergebnis liefern sollen, was in einem System, das Zeit und Ressourcen optimiert, nicht selten vorkommt. Ein typischer Fall: Die Gruppe soll zusätzlich originelle Ideen entwickeln, etwa zu Produkten, Services oder Arbeitsweisen. Dann soll das Event nicht nur den Zusammenhalt stärken, sondern auch die Bedingungen für neue Ideen schaffen.

Wie plant, führt und bewertet man so etwas? Zuerst, indem man jede Phase des Events an einem klaren Ziel ausrichtet. Und dann, indem man die Tools sucht, die jede Phase unterstützen: von der Konzeption über die Organisation bis zur Durchführung und Auswertung.

1. Ziele und Erwartungen definieren

Die Ziele des Events klar zu definieren ist die unabdingbare Voraussetzung dafür, dass überhaupt ein Ergebnis entstehen kann. Das klingt banal, doch das Scheitern – oder der nur teilweise Erfolg – vieler Aktivitäten entsteht gerade aus zu wenig Nachdenken in dieser ersten Phase. Nicht klar zu benennen, welche Ziele das Treffen erreichen soll, kann die Wirksamkeit (und oft auch die Effizienz) der gesamten weiteren Organisation erheblich beeinträchtigen, angefangen bei der Wahl der passenden Aktivitäten und Werkzeuge.
Ein Beispiel? Soll das Team Building Kreativität und Problemlösung fördern, sind Aktivitäten auf Basis von Design Thinking, Kreativität und Heuristik sinnvoller, weil sie die Teilnehmer dabei unterstützen, aus realen Herausforderungen innovative Lösungen zu entwickeln.
Zweiter Schritt: die Erwartungen messen, zunächst die der Teilnehmer – was erwarten sie für die Zeit und Energie, die sie einbringen sollen? Umfragen und Quiz sind dafür sehr nützlich und ermöglichen eine daraus folgende, stimmige Konzeption, die wirksamer ist und gleichzeitig Verschwendung und überhöhten Aufwand reduziert.

2. Vom Team ausgehen und gezielte Aktivitäten gestalten

Jedes Team ist anders und hat andere Dynamiken, weil die Ziele, die Menschen und die entstandenen Beziehungen unterschiedlich sind. Also müssen auch die angebotenen Aktivitäten unterschiedlich sein, wenn sie optimale Ergebnisse bringen sollen. Technische Teams etwa, die vor allem in Forschung und Entwicklung arbeiten, profitieren mehr von Aktivitäten, die das Problemlösen anregen, weil diese auf dem analytischen Ansatz ihrer täglichen Arbeit aufbauen. Gruppen, die stärker auf Kreativität und Zusammenarbeit ausgerichtet sind, fühlen sich umgekehrt wohler mit Aktivitäten, die offener und kreativer zu Lösungen führen. Wer Challenges und Aktivitäten – auch im Bereich Gaming – nach unterschiedlichen Vorgaben mit flexiblen, anpassbaren Werkzeugen aufbauen kann, setzt auf bereits vorhandene Stärken der Gruppe oder ihrer Mitglieder und unterstützt so das Erreichen des Endziels.

3. Das Format des Events festlegen

In Präsenz, hybrid, virtuell? Je nach Teamstruktur und verfügbaren Ressourcen lassen sich die verschiedenen Eventtypen in Präsenz, online oder hybrid organisieren, und diese Wahl kann konkrete Ergebnisse ebenso erleichtern wie behindern. Virtuelle Events sind zum Beispiel ideal, um die Teilnahme entfernter Mitglieder über Online-Workshops, Brainstorming und Teamspiele zu ermöglichen und das Engagement hoch zu halten. Bei Teams, die im Alltag physisch Seite an Seite arbeiten müssen, kann es dagegen sinnvoller sein, die Aktivität genauso durchzuführen, bei gemischten Teams ergänzt um hybride Formate.

4. Überwachen, erfassen und vor allem teilen

Ein Fehler, den wir bei Team-Building-Events oft sehen – und ehrlich gesagt nicht nur dort –: Sind die Aktivitäten vorbei, wird alles geschlossen und man geht zum nächsten Projekt. Oder man zieht sich bestenfalls mit Managern und Verantwortlichen in einen Raum zurück, um kurz auf die Daten und Informationen aus dem Event zu schauen. Falscher geht es nicht: jedes Event, jede Aktivität mit Menschen erzeugt viele Informationen, und wenn von Anfang an gut geplant wurde, sind viele davon von großem Wert. Es gibt also keinen schlimmeren Fehler, als sie nicht zu analysieren, nicht zu bewerten und vor allem so viel wie möglich nicht mit denen zu teilen, die diese Informationen durch ihre Arbeit, ihre Meinungen und Urteile, ihre Beiträge und Hinweise erzeugt haben. Das ist echtes Kapital: Es darf nicht nur nicht verloren gehen, es muss so schnell wie möglich Erträge bringen, denn es ist der Boden, auf dem weiter Ideen und Innovationen wachsen. Wichtig ist, zu wissen, welche Daten zählen, und sie ins Zentrum zu stellen – von der ersten Konzeption des Events an – und die besten Werkzeuge zu finden, um sie zu erfassen, zu analysieren und zu nutzen. 

Fazit: Ist die Organisation von Team-Building-Events kompliziert? Ja, ohne Zweifel. Sie ist eine der risikoreichsten Aufgaben in der Eventorganisation – so hoch wie der Nutzen, den solche Treffen bei guter Organisation für eine Organisation bringen können.
Team Building kann
Kapital von enormem Wert für eine Organisation schaffen, muss aber gut geplant, gut umgesetzt und aufmerksam beobachtet werden – auch mithilfe der vielen Werkzeuge, die für diese anspruchsvolle Aufgabe bereitstehen. 

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