Event-Gamification:
wozu sie dient und wie sie gelingt

August 8, 2023

Wir haben es erst vor wenigen Artikeln erwähnt: Events lassen sich heute – sofern das je möglich war – nicht mehr durchführen, ohne das Engagement und die Teilnahme von Referenten, Teilnehmern, Investoren und Sponsoren in den Mittelpunkt zu stellen. Am besten alle zusammen. 

Warum? Die längere Begründung lesen Sie hier, aber kurz gesagt: weil ohne lebendige, aktive Einbindung aller Beteiligten eines Events das Ergebnis schwächer ausfällt und alles mühsamer, schwieriger und oft auch teurer wird – organisatorisch wie finanziell. Und außerdem, weil Engagement ein außergewöhnlicher Marketinghebel ist, ein natürlicher Verstärker von Ergebnissen, die sehr bedeutend werden können. 

Und was hat das mit Gamification zu tun? Sehr viel, denn Gamification ist eines der wichtigsten Instrumente, um diese Ergebnisse zu erreichen, und vor allem, weil sie so vielseitig ist, dass sie besonders geeignet ist, verschiedene Eventtypen zu unterstützen und sehr unterschiedliche Ziele. Sehen wir uns die wichtigsten an: Präsenzevents, Online-Events, hybride Events und Messen. 

1. Gamification für Präsenzevents

Wozu dient Gamification bei Präsenzevents? Da die Menschen sich bereits für die Teilnahme entschieden und den Weg zum Veranstaltungsort schon zurückgelegt haben, könnte man meinen, der Bedarf an Engagement-Maßnahmen sei geringer. Nichts ist falscher, denn mit Gamification lassen sich Einstellungen, Meinungen und sogar Verhaltensweisen anregen, die für das Event und alle am Erfolg Beteiligten sehr produktiv sind – und die es für die Teilnehmer schöner und nützlicher machen. Einige Beispiele?

  1. Publikums-Engagement: Gamification ist ein hervorragendes Mittel, um während des Events einbindende Aktivitäten zu schaffen: Teamspiele, Schatzsuchen oder interaktive Challenges. Und ein eingebundenes Publikum reagiert nicht nur besser auf Impulse und Angebote, es wird auch zum besten Fürsprecher gegenüber anderen – die beste Form der Werbung.
  2. Networking: Spiel ist ein hervorragendes Mittel, um Barrieren abzubauen, die es manchmal schwer machen, neue Menschen kennenzulernen und Netzwerke zu knüpfen – zwei der begehrtesten Ergebnisse für Teilnehmer. Alle Mittel zu nutzen, die das erleichtern, wirkt sich exponentiell aus: nicht nur auf die Zufriedenheit des Publikums, sondern auch auf den Gesamterfolg des Events.
  3. Marken-Engagement: Wenn die Sponsoren selbst Spiele gestalten (oder der Veranstalter sie ihnen bereitstellt), können diese sehr wirkungsvoll Produkte und Services bekannt machen, Stände und Ausstellungsbereiche attraktiver machen und sogar Wege und Bewegungen im Eventgelände beeinflussen.

2. Gamification für Online-Events

Online-Events sind technisch vermittelte Erfahrungen: Einerseits erleichtert das die Teilnahme, weil Reise- und Aufenthaltskosten entfallen, andererseits kann es einer wirklich aktiven, eingebundenen Teilnahme im Weg stehen. Deshalb wird bei Online-Events die Frage nach den Mitteln, mit denen man sicherstellt, dass die Menschen – die oft allein oder höchstens in kleinen Gruppen zusehen – sich als Teil einer wirklich gemeinsamen Erfahrung fühlen, entscheidend für den Erfolg der Aktivitäten und die Zufriedenheit der Teilnehmer.
Aber wie geht das?

  1. Aktive Teilnahme: Umfragen, Quiz und Kommentare in Echtzeit gleichen die fehlende gemeinsame räumliche Nähe gut aus: Durch die gleichzeitige Teilnahme an derselben Aktivität – deren Ergebnisse man womöglich in Echtzeit sieht, wie in unserem Modus „showtime“ – verkürzt sich die Distanz, und es entsteht ein Engagement, das dauerhafte Teilnahme trägt.
  2. Interaktives Lernen: Über Spiele und Challenges erwerben Teilnehmer neue Kompetenzen oder Kenntnisse, ohne das „Gewicht“ klassischer Schulungen zu spüren, die für Erwachsene oft mühsam und schwer verdaulich sind, besonders auf Distanz.
  3. Virtuelle Belohnungen: Badges, Punktzahlen und Auszeichnungen erfüllen einen doppelten Zweck: Sie schaffen ein Gefühl von Erfolg und positivem Wettbewerb unter den Teilnehmern und bieten weitere Anlässe für Gespräche, die das eigene Kontaktnetz erweitern.

3. Gamification für hybride Events

Hybride Events sind besonders komplex zu steuern, und den Zusammenhalt der beiden Publikumsgruppen – der Anwesenden im Saal und derer, die online zusehen – zu bewahren, ist gleichzeitig wichtig und schwierig. Es sind nämlich zwei Publikumsgruppen, die sich gerade wegen der unterschiedlichen Erfahrung von Natur aus wie Öl und Wasser verhalten: Sie können denselben Behälter (das Event) teilen, ohne sich je zu vermischen. Wollen wir als Veranstalter aber nicht zwei Events gleichzeitig managen, müssen wir diese beiden Komponenten dazu bringen, sich zumindest gelegentlich und zumindest so weit wie nötig zu verbinden. Aber wie?

  1. Kontrolliertes Vermischen: Quiz, Spiele und Wettbewerbe können – auch sehr eng begrenzt und zeitlich beschränkt, wie es wahrscheinlich gewollt ist, wenn ein Event hybrid angelegt wurde – „Blasen des Miteinanders“ schaffen, in denen dank gemeinsamer Werkzeuge wie PC oder Smartphone alle auf dieselbe Ebene, in denselben „Raum“ geholt werden und dasselbe tun. Zudem lässt sich der Grad an Kooperation und gemeinsamer Aktivität so dosieren, dass die Grenze zwischen den beiden Publikumsgruppen genau so durchlässig wird, wie man es will.
  2. Personalisierte Erfahrung: So wie Gamification Menschen zusammenbringen kann, lässt sie sich auch nutzen, um die Erfahrungen innerhalb eines hybriden Events weiter zu trennen. Sie kann an Vorlieben und Verhalten der Teilnehmer angepasst werden und Challenges oder Belohnungen je nach Art und Umfang des Engagements personalisiert anbieten.

4. Gamification für Messen

Für Messen – und besonders für Online-Messen – ist Gamification genauso eine strategische Ressource wie für die Ausstellungsbereiche jedes Events, nur in weit höherem Maß. Sind die Stände eines Events im Wesentlichen Schaufenster, in denen man Produkte und Services entdeckt, so sind die Stände einer Messe Geschäfte – bei virtuellen Messen E-Commerce-Shops –, wo das Mindestergebnis der qualifizierte Lead ist, während in vielen Fällen der Verkaufsabschluss der Standard ist. Das passende Umfeld zu schaffen, damit diese beiden Conversions gut und in befriedigender Zahl gelingen, wird damit zu DEM entscheidenden Erfolgs-KPI eines solchen Events. Wie kann Gamification also beitragen?

  1. Interaktive Erkundung: Gamification kann Besucher durch die Messe führen und Erkundungsrouten mit Belohnungen für den Besuch bestimmter Stände oder die Teilnahme an bestimmten Aktivitäten schaffen.
  2. Engagement mit den Ausstellern: Stände und Aussteller können Spiele oder Quiz nutzen, um Besucher anzuziehen und Gespräche sowie die Interaktion mit den gezeigten Produkten oder Services zu fördern.
  3. Social Sharing: Punkte oder Preise durch die Teilnahme an Spielen und Challenges zu gewinnen, ist ein hervorragendes Werbe- und Promotionsinstrument, für Marken wie für einzelne Produkte und Services: Wer zeigt seine Gewinne nicht gern Freunden und Bekannten?

Wenn wir Sie an diesem Punkt überzeugt haben, dass Gamification wirklich eine Ressource für Ihr nächstes Event ist, kommt vielleicht ein Zweifel auf: Wer erstellt die Spiele?

Es gibt einen Ort, an dem neben der Schachtel auch der Inhalt geliefert wird. Raten Sie mal, welcher?

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